Forschung

 
 

Die Architektin oder der Architekt als Forscher scheint bei erster Betrachtung ein Paradoxon zu sein, da er kein Spezialist, sondern seinem Berufsfeld entsprechend ein Alleskönner mit interdisziplinären Kenntnissen ist. Neben seiner Kernkompetenz als Entwerfer und Planer verfügt er über Kenntnisse im Vertragsrecht, in Organisationsmethoden, in Qualitätskontrolle und im Konfliktmanagement.

Der Wissenschaftler und der Architekt haben eines gemeinsam: Erfolg durch Kreativität.
Die kooperativen Fähigkeiten des Architekten stellen die idealen Voraussetzungen auf dem Gebiet "Public Health" dar, um mit anderen benachbarten Fachdisziplinen Forschungsvorhaben durchzuführen.

Charakteristisch an den einzelnen Forschungsvorhaben am Fachgebiet ist das interdisziplinäre und weitgefächerte Spektrum. Zur Zeit befindet sich das Forschungsvorhaben "Energieoptiomiertes Bauen an Krankenhäusern", unterstützt durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, in Vorbereitung. Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, Energieeffizienzstrategien für Krankenhäuser sowohl im Bestand als auch für Teilerneuerungen und Neubauten zu erarbeiten und zu demonstrieren.

Ein weiteres interessantes Thema, das einer Antwort bedarf, ist die Wechselwirkung zwischen Architektur und medizinischer Versorgung im Krankenhaus. So stellt sich die Frage: "Kann die Atmosphäre eines Krankenhauses den Heilungsprozess günstig beeinflussen und wie ist deren Wirkung auf das Betriebsklima des Personals?"

Nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neurobiologie ist das Gehirn modulär aufgebaut. "Viele einzelne Gehirnstrukturen schaffen ein Gesamtes der psychisch oder besser seelisch bezeichneten Eigenschaften" (E. Ruether).

von Prof. Christine Nickl-Weller