Forschung

 
 

Healing Architecture

 
 

Evidenz-basierte Gestaltung von Gesundheitsbauten

Die Frage nach der optimalen Gestaltung der räumlichen Umgebung stellt sich in besonderer Weise im Planungsprozess von Gesundheitsbauten. Das erlebte Umfeld kann wesentlich zum psychischen und physischen Wohlbefinden des Menschen beitragen. Gute Orientierung, Belichtung und Durchlüftung sind entscheidend für das Stressverhalten nicht zuletzt auch des Personals und der Besucher. Dass optimal geplante Gesundheitsbauten nicht nur in einem künstlerisch-kreativen Prozess erahnt, sondern künftig auch wissenschaftlich und nach neuesten hirnbiologischen Erkenntnissen begründet werden können, ist eine Leitidee des Forschungsvorhabens „Healing Architecture“. Ziel ist es, Richtlinien für eine neurowissenschaftlich begründete Planung von Gesundheitsbauten zu entwickeln.

Die Erkenntnis über die Bedeutung des „Healing Environment“, also die These, dass sich die Umgebung heilend auf den Genesungsprozess auswirken kann, ist allgemein anerkannt und international Schwerpunkt von Forschungsprojekten und Studien. In Deutschland fehlt eine zentrale nationale Plattform, die vereinzelt zu verzeichnende  Forschungsaktivitäten in einem interdisziplinären Netzwerk zusammenfügen und so gesammeltes Wissen bündeln, auswerten und umsetzen könnte. Diese Lücke zu füllen ist ein weiterer Schwerpunkt von „Healing Architecture“.

Die zentrale Frage: Wie kann die Architektur von Gesundheitsbauten begünstigend auf das Wohlbefinden des Menschen einwirken? wird vor dem Hintergrund des Evidence-Based Design (EBD) untersucht. EBD gründet sich auf wissenschaftlich belegte Studien über messbare Effekte von Gebäuden auf die Genesung und Heilung des Menschen. Architekten die sich dieser Entwurfsmethode verschreiben nutzen wissenschaftlich erwiesene Erkenntnisse über spezifische psychische und physische Auswirkungen gebauten Raumes auf den Menschen bzw. den Patienten oder das Personal, um deren Wohlbefinden zu steigern, bzw. Ängste und Stress zu vermindern. Ziel ist nach Evaluation der gesammelten Daten eine Grundlage für Verbesserung von Funktionalität, Ökonomie, Energieeffizienz und Zufriedenheit der Nutzer zu schaffen.

 „Healing Architecture“ geht der Ausgangsthese nach, dass die räumliche Qualität, geprägt durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren wie z.B. Licht, Farbe, Geräusch, Geruch und Orientierung den Menschen sowohl psychisch als auch physisch beeinflusst. Zur Untersuchung dieser grundlegenden Faktoren ist ein interdisziplinäres Netzwerk aus Forschern der Neurowissenschaften insbesondere Psychobiologen, Neurobiologen und Kognitionswissenschaftler sowie den planenden Berufen – Architekten, Ingenieuren – erforderlich. Im Dialog über Gesundheit und Architektur können Weichen gestellt werden auf dem Weg zu einer neurowissenschaftlich begründeten optimalen Planung von Gesundheitsbauten.

 
 

 

 
 

Ansprechpartner

 
 

Dipl.-Ing. Arch. Stefanie Matthys
s.matthys@healthcare-tub.com

Tel. +49 (30) 314 - 21873