Lehre

 

Sommersemester 2016

 

Aufgabenstellung

 

C U R A / Master Hochbau II

Der demografische Wandel in Deutschland, wie auch die immer stärker werdenden Anforderung an eine ganzheitliche
Gesundheitsversorgung, werden in den nächsten Jahren die medizinische Landschaft entscheidend beeinflussen. 2030 sollen nach neuesten Prognosen fast doppelt so viele Menschen im Alter über 80 Jahren in der Hauptstadt leben (FAZ, 03.04.2016). Der Bedarf an Rehabilitationseinrichtungen gerade für ältere Menschen (Multimorbidität), aber auch für Behandlungen von neurologischen (Schlaganfallpatienten) und orthopädischen Erkrankungen wird stark anwachsen und wird die Städte vor neue Herausforderungen stellen: Viele der bestehenden Gesundheits-
einrichtungen sind für eine umfangreiche Therapiebetreuung und Versorgung nicht ausgerüstet, nicht behindertengerecht und lassen sich nur schwer an modernste Therapieanwendungen anpassen. Vor diesem Hintergrund soll in dem Master-Entwurf C U R A die Rehabilitation, Gesundheitsvor- und Fürsorge im Vordergrund stehen.
Die Entwurfsaufgabe im SoSe 2016 ist es, ein Rehabilitations-Zentrum zu entwerfen, das mit seinen begleitenden Funktionen nicht nur als reine Darbringung der Dienstleistung "Untersuchung und Behandlung", sondern zudem als Offenes Haus fungieren soll. C U R A soll als ein Ort der Menschlichkeit, der Kommunikation, Rehabilitation wie auch der Prävention betrachtet werden. Gesundheitliche Eigenverantwortung und medizinische Einrichtungen sollen verknüpft und eine gesunde Lebensweise gefördert werden.
Die Offenheit des C U R A soll beispielhaft gelten und über die Grenzen des Quartiers Mitte hinaus Interessierte anlocken und als Erweiterung für Veranstaltungen im Rahmen des Flussbades Berlin gesehen werden. Hier sollen bewusst Anknüpfungspunkte gesucht, aufgenommen und in den Entwurf integriert werden. Lösungen sollen aufgezeigt werden, die die funktionalen Parameter städtebaulich integrieren und Zukunftsperspektiven konstruieren. Synergien sollen dabei zu interessanten und neuen Kommunikationstreffpunkten in der historischen Mitte Berlins führen.

Die Zusammenarbeit mit den Fachgebieten Tragwerksentwurf und -konstruktion (Prof. Rückert) sowie Gebäude-Energie-Systeme (Prof. Kriegel) ist dafür vorgesehen. Beide Fachgebiete werden den Entwurf unterstützen.

 

HEALTH+ / Master-Thesis

Die Berliner Charité blickt auf eine lange und spannungsreiche Medizingeschichte zurück. Sie gilt als das berühmteste
Krankenhaus der Stadt, sie hat viele internationale renommierte Mediziner und Forscher hervorgebracht und ist durch medizinische Innovationen berühmt geworden. Nach ihrer Gründung zu Beginn des 18. Jahrhunderts avancierte sie schnell zu einer der besten Lehr- und Forschungseinrichtungen weltweit. Heute gehört sie mit knapp 3.000 Betten und 7.000 Studenten zu den größten Universitätskliniken Europas. Die Charité betreibt 17 Centren mit rund 100 Kliniken und Instituten. Auf vier Standorte sind die Bereiche verteilt, den wohl größten Teil macht der Standort Campus Charité Mitte (CCM) aus.
Doch so markant die Sanierungen auch wirken, so sehr bedarf es auch neuer Einrichtungen, die der Infrastruktur für modernste Behandlungen Raum bieten können und sich am Patienten orientieren. Dies macht sich im Bereich der Krebsmedizin besonders bemerkbar. Das derzeitige Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC), direkt an der Invalidenstraße gelegen, bietet derzeit nur kleine, bestandsbedingte Behandlungseinheiten, die ein interdisziplinäres Arbeiten am Patienten auf hochleistungsmedizinischem Niveau nicht unterstützen. Weltweit entstehen derzeit Behandlungszentren, die einen moderneren, disziplinenübergreifenden und patientenzentrierten ambulanten Betreuungsansatz verfolgen.
Im Vordergrund der Master-Thesis HEALTH+ steht der Entwurf eines neuen Comprehensive Cancer Centers. Das Zentrum soll als offenes Haus für Betroffene, ihre Familien und eine interessierte Öffentlichkeit entwickelt werden und nicht nur als reine Darbringung der Dienstleistung "Untersuchung und Behandlung" dienen. Vielmehr soll das Center als ein Ort von Information, Begegnung, Austausch, Hoffnung und Einfühlungsvermögen sowie modernsten medizinischen und psychologischen Therapieangeboten betrachtet werden. Das Gebäude selbst soll als beispielhaft gelten und über die Grenzen des Charité Campus hinaus als Repräsentant eines offenen Umgangs mit dem Thema Krebs wahrgenommen werden. Eine Möglichkeit stellt dabei die Gestaltung als Schnittstelle dar, welche für die Bevölkerung offen zugänglich ist.

Der Entwurf HEALTH+ wird sich an dem vorgeschriebenen Zeitplan orientieren.

 

Seminar Architektur & Psychologie I+II / Bachelor und Master

Architects are in charge of the form of a building and the feeling that it causes! But do we know and understand where these feelings come from? Buildings tend to be experienced by human beings from a, for architects, atypical perspective, namely through subconscious wishes and needs, subjective experiences and triggered emotions. This altered perspective has an enormous impact on humans' spatial experience and the resulting use of the architecture that we design.
Gaining insight into this experience and examining the altering factors is the goal of this seminar and a crucial base to design truly user-centered environments and evidence based design.

Die Seminare "Architektur und Psychologie I" (BA/6 LP) und "Architekture und Psychologie II" (MA/6 LP) sind optional zum Entwurf zu belegen.

Die erste Info-Veranstaltung ist am Mittwoch, dem 20.04., um 14–16 Uhr in A 060.
Die Anmeldung erfolgt in der ersten Veranstaltung.

 
 



Vorlesung

Die Vorlesung steht Interessierten offen. Für die Bachelorstudenten des Fachgebietes ist diese Veranstaltung verpflichtend, für die Masterstudenten wird sie empfohlen.