Lehre

 

Wintersemester 2015/ 2016

 

Aufgabenstellung

Sie fliehen vor klimatischen Katastrophen, Armut, Gewalt und politischer Verfolgung. Millionen Menschen weltweit können sich ein Leben in ihrer Heimat nicht mehr vorstellen und sehen sich gezwungen, diese zu verlassen. Besonders aus den Krisengebieten in Afrika und dem Nahen Osten versuchen viele Menschen, darunter ganze Familien, Verletzte sowie Alte, zu fliehen. Der Weg nach Europa erscheint ihnen als einziger Ausweg: Zu Land oder über Wasser, die Strapazen, denen sie sich aussetzen, sind kräftezehrend und extrem gefährlich – viele verlieren dabei ihr Leben.
Doch selbst wenn sie in Europa angekommen sind, tragen sie psychisch und physisch Verletzungen von der langen Reise davon.

Connectivity / Bachelor 1.1.5

Die körperliche und geistige Gesundheit dieser Menschen ist ein wichtiges Thema. Nach den langen Wegen, die sie zurückgelegt haben, ist eine Erstversorgung nach Ankunft in Deutschland unabdingbar.
Um die Gesundheit der Flüchtlinge sicherzustellen und in der weiteren Folge auch die Gesundheit aller, soll sich die Entwurfsaufgabe für die Bachelorstudenten in diesem Semester mit einem temporären Baukörper beschäftigen, der neben einem Angebot der medizinischen Erst- bzw. Allgemeinversorgung auch begleitende Funktionen beinhaltet. Er soll Raum für Sprachkurse, Arbeitsvermittlung, interkulturelle Versammlungen und Kinderbetreuungen bieten, aber auch als Treffpunkt und Verbindungselement zur bestehenden Nachbarschaft in Aktion treten können.

Das Connectivity!Center soll sich auf ein flexibles Grundmodul zurückführen lassen. Die Addition und Subtraktion von Elementen und Gebäudeteilen soll eine hohe Variationsmöglichkeit bieten, die sich schnell und unkompliziert an neue Bedingungen anpassen lässt. Der vollständige Ab- und Aufbau an einem anderen "Hotspot" sollte möglich sein. Auf bestehende, bereits etablierte, konstruktive Systeme kann zurückgegriffen werden, aber auch neue Ideen und Lösungsansätze sollen entwickelt werden.
Der konstruktive aspekt ist ein Schwerpunkt des Entwurfs. Die aufgabe soll übergreifend, also architektonisch wie konstruktiv, ganzheitlich gelöst werden. Die enge Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet von Prof. Rückert ist dafür vorgesehen.

Redical / Master Hochbau I/II

Im Vordergrund des Master-Entwurfes Redical stehen Prävention und Gesundheit. Ziel des Semesters ist es, ein Medizinisches Versorgungszentrum zu entwerfen, das trotz seiner Komplexität und Technik als offenes Haus erkannt werden soll. Das Haus soll nicht nur als reine Darbringung der Dienstleistung "Untersuchung und Behandlung" fungieren. Auch soll es nicht wie ein "Krankenhaus" aussehen. Vielmehr soll das Redical als ein Ort der Menschlichkeit, der Kommunikation und Prävention betrachtet werden. Die Offenheit des Hauses soll beispielhaft gelten und über die Grenzen des Quartiers hinaus Interessierte anlocken. Gesundheitliche Eigenverantwortung und medizinische Einrichtungen sollen verknüpft und eine gesunde Lebensweise gefördert werden. Darüber hinaus soll der Entwurf eine Schnittstelle bilden, die für die Bevölkerung offen zugänglich ist und unterschiedliche Generationen und Kulturen anspricht. Lösungen sollen aufgezeigt werden, die die funktionalen Parameter städtebaulich integrieren und Zukunftsperspektiven konstruieren.

Einen besonderen Bereich des Zentrums bildet die pädiatrisch-psychosomatische Einrichtung für Flüchtlingsfamilien. Hier sollen Kinder und Jugendliche eine Anlaufstelle erhalten und fachmännisch betreut werden. Gerade sie leiden unter den Ereignissen der Flucht aus ihrer Heimat besonders und können das Erlebte nur schwer verarbeiten. Das Redical soll auch für sie einen Anlaufpunkt bilden, der jederzeit für sie zugänglich ist.
Das Raumprogramm des Medizinischen Versorgungszentrums soll mit begleitenden Einrichtungen für Senioren, Flüchtlinge, Kinder und Jugendliche etc. komplettiert werden.

Open House / Master Thesis

Der Campus Charité Mitte mit seinen roten Backsteinbauten wurde zwischen 1896 und 1917 errichtet. Zwar wurde während des II. Weltkrieges ein Großteil der Anlage zerstört oder beschädigt, doch durch den Wiederaufbau bis in die 1980er Jahre stetig ausgebaut und als Standort bekräftigt. Eine Sanierung wurde nach der deutschen Wiedervereinigung durchgeführt und 2005 beendet. Einzelne Neubauten sind auf dem Campus nachträglich entstanden, so wie das CharitéCrossOver (CCO) oder das Max-Planck-Institut. Auch die Sanierung des Bettenhochhauses schreitet in großen Schritten voran; es soll Ende 2016 wieder in Betrieb genommen werden können.
Doch so markant die Sanierungen auch wirken, so sehr bedarf es auch neuer Einrichtungen, die sich als Neubau positionieren. So gibt es moderne Entwicklungen der Therapie- und Behandlungsanwendungen, die sich nicht mehr mit den Altbauten vereinen lassen, bzw. für die neuer Raum geschaffen werden muss. Dies macht sich insbesondere im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie bemerkbar.

Im Vordergrund der Master-Thesis steht der Entwurf eines OPEN HOUSE als ambulantes Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie. Das Zentrum soll für Jedermann entwickelt werden und nicht nur als reine Darbringung der Dienstleistung "Untersuchung und Behandlung". Auch soll es nicht wie eine "Nervenklinik" aussehen. Vielmehr soll das OPEN HOUSE als ein Ort der Menschlichkeit, der Kommunikation und Prävention betrachtet werden. Die Offenheit des Hauses soll beispielhaft gelten und über die Grenzen des Campus hinaus wahrgenommen werden. Der Entwurf soll einen Anlaufpunkt und eine Schnittstelle bilden, welche für die Bevölkerung offen zugänglich sind und unterschiedliche Generationen und Kulturen ansprechen. Insbesondere vor dem Hintergrund eines Anstiegs der älteren Bevölkerung aufgrund der demographischen Entwicklung und einem Zustrom von Flüchtlingen soll das Zentrum Platz für unterschiedliche Generationen bieten.

 

 

Vorlesung / Kalender

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen des Semesters finden Sie hier.

Die Vorlesung steht Interessierten offen. Für die Bachelorstudenten des Fachgebietes ist diese Veranstaltung verpflichtend, für die Masterstudenten wird sie empfohlen.

 

 

Seminar

Bachelor: 1.1.9 Architecture for Health

Master: Entwurfsstrategien im Krankenhausbau und Gesundheitswesen

Die erste Info-Veranstaltung ist am Dienstag, dem 13.10., um 12h in A 052. Die Anmeldung erfolgt schon am Freitag, dem 09.10., im Rahmen der Präsentation der Aufgabe 0 im Studio A203.